Marokkanische Produkte in die Niederlande importieren: Einfuhrabgaben, Mehrwertsteuer und praktische Hinweise
Die Handelsbeziehung zwischen Marokko und den Niederlanden wächst seit Jahren. Marokko ist ein wichtiger Lieferant von Agrarprodukten, Textilien, Keramik, Naturstein, kosmetischen Rohstoffen (wie Arganöl) und industriellen Halbfabrikaten. Gleichzeitig wirft Importieren oft Fragen zu Einfuhrabgaben, Mehrwertsteuer, Dokumentation und Risiken auf.
In diesem Artikel erklären wir Schritt für Schritt, was beim Import marokkanischer Produkte in die Niederlande zu beachten ist – und wie du das professionell und regelkonform angehst.
Welche Produkte werden häufig aus Marokko importiert?
- Agrarprodukte (Tomaten, Zitrusfrüchte, Avocados, Blaubeeren)
- Arganöl und kosmetische Rohstoffe
- Textilien und Private-Label-Bekleidung
- Keramik, Zellige und Naturstein
- Metallprodukte und Industriebauteile
- Möbel und Einrichtungsprodukte
Jeder Produkttyp hat eigene Regeln, Zertifizierungen und Tarife. Eine gute Vorbereitung verhindert Verzögerungen und zusätzliche Kosten.
Einfuhrabgaben: Wie viel zahlst du?
Marokko hat ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union. Das bedeutet, dass viele Produkte mit reduzierten oder sogar 0% Einfuhrabgaben eingeführt werden können, sofern die Bedingungen erfüllt sind.
Die wichtigste Voraussetzung ist der Nachweis des präferenziellen Ursprungs. Dies geschieht meist über:
- EUR.1-Zertifikat (ausgestellt von der marokkanischen Zollbehörde)
- Rechnungserklärung (bei zugelassenen Ausführern)
Fehlt dieses Dokument, zahlst du dennoch den regulären EU-Einfuhrsatz. Dieser kann – je nach Warencode – von wenigen Prozent bis über 10% reichen.
Warencodes (HS-Codes): entscheidend für deine Kosten
Jedes Produkt hat einen eindeutigen HS-Code / GN-Code. Dieser Code bestimmt:
- Die Einfuhrabgabe
- Ggf. Antidumpingzölle
- Kontrollanforderungen und Zertifikate
Ein falscher Code kann zu Nachforderungen, Bußgeldern oder Verzögerungen beim Zoll führen. Lass ihn daher immer vorab prüfen.
Mehrwertsteuer bei Import: Wie funktioniert das?
Bei der Einfuhr in die Niederlande zahlst du grundsätzlich 21% Mehrwertsteuer auf:
- Den Warenwert
- Die Transportkosten bis zur EU-Grenze
- Die Einfuhrabgaben
Für niederländische Unternehmer ist es oft möglich, eine Artikel-23-Genehmigung zu nutzen. Damit wird die Mehrwertsteuer in die USt.-Voranmeldung verlagert und muss nicht sofort vorfinanziert werden.
Dokumente, die du brauchst
- Handelsrechnung
- Packing List
- Transportdokument (CMR, Konnossement oder Air Waybill)
- EUR.1 oder Rechnungserklärung
- Ggf. Zertifikate (phytosanitär, Gesundheit, CE usw.)
Bei agrarischen und kosmetischen Produkten gelten häufig zusätzliche Kontrollen durch die NVWA oder andere Behörden.
Transport und Zollabfertigung
Marokkanische Waren werden meist transportiert über:
- Straßentransport (über Spanien/Frankreich)
- Seefracht (z. B. über Tanger Med → Rotterdam)
- Luftfracht (für hochwertige oder verderbliche Waren)
Ein Zollspediteur übernimmt die Abfertigung in den Niederlanden, aber du bleibst als Importeur immer verantwortlich.
Häufige Fehler beim Import aus Marokko
- Kein oder falscher Ursprungsnachweis
- Falscher HS-Code
- Unklare Vereinbarungen zu Incoterms
- Unzureichende Qualitätskontrolle vor Versand
- Unrealistische Lieferzeiten
Wie MAROQ beim Import aus Marokko hilft
MAROQ unterstützt niederländische Unternehmen in jedem Schritt des Importprozesses:
- Zuverlässige Lieferantenauswahl und Screening
- Prüfung von Dokumentation und Ursprung
- Beratung zu HS-Codes und Einfuhrabgaben
- Begleitung bei Transport und Zoll
- Lokale Qualitätsinspektionen in Marokko
So vermeidest du Überraschungen an der Grenze und baust eine nachhaltige, skalierbare Handelsbeziehung mit marokkanischen Partnern auf.
Fazit
Importieren aus Marokko bietet große Chancen, erfordert jedoch Kenntnisse der Vorschriften, Vorbereitung und zuverlässige Partner. Mit der richtigen Struktur und Begleitung ist es eine äußerst interessante Handelsroute für niederländische Unternehmer.