BlogKulturCasablanca durch die Jahrhunderte von Anfa zur Weltstadt mit ikonischer Architektur und Erbe


Casablanca durch die Jahrhunderte von Anfa zur Weltstadt mit ikonischer Architektur und Erbe

Casablanca durch die Jahrhunderte von Anfa zur Weltstadt mit ikonischer Architektur und Erbe
MAROQ
Maroq Redactie
Maroq Redactie
18 February 2026 • 10 min lezen • Kultur

Von Anfa bis Casablanca entdecken Sie die Herkunft des Stadtnamens, die Stadtgeschichte und berühmte Architektur inklusive Art déco und UNESCO-Tentativliste.

Casablanca durch die Jahrhunderte

Casablanca ist heute eine moderne Weltstadt, doch die Geschichte des Ortes reicht weit über die heutige Skyline hinaus. Wer die Architektur Casablancas verstehen will, muss die verschiedenen Schichten der Stadt betrachten: Anfa, die portugiesische Zeit, den Wiederaufbau im 18. Jahrhundert und die große städtische Expansion im 20. Jahrhundert. Gerade diese Schichtung macht Casablanca architektonisch so spannend.

Woher stammt der Name Casablanca

Am Ort des heutigen Casablanca befand sich zuvor die Siedlung Anfa. Später verwendeten die Portugiesen den Namen Casa Branca („Weißes Haus“). Im Laufe der Zeit setzte sich Casablanca international durch, während im Arabischen ad-Dar al-Bayda als sinngemäße Bezeichnung verwendet wurde.

Der Stadtname erzählt damit von ausländischen Einflüssen, Handel und Wiederaufbau in mehreren Epochen. Casablanca ist also nicht nur ein moderner Name, sondern eine historische Spur verschiedener Stadtphasen.

Geschichte der Stadt und wann Casablanca gebaut wurde

Der früheste Ursprung ist nicht vollständig eindeutig, doch am Standort des heutigen Casablanca bestand im Mittelalter die amazighisch/berberische Siedlung Anfa. Im 15. Jahrhundert wurde der Ort in Auseinandersetzungen mit den Portugiesen schwer getroffen; danach folgte eine portugiesische Neugründung unter dem Namen Casa Branca.

Nach dem verheerenden Erdbeben von 1755 wurde der Ort aufgegeben und später im 18. Jahrhundert unter marokkanischer Herrschaft wiederaufgebaut. Das Casablanca, das wir heute als große Metropole kennen, ist jedoch vor allem ein Produkt des 19. und besonders des 20. Jahrhunderts, als Hafenentwicklung, Handel und moderne Stadtplanung das Wachstum stark beschleunigten.

Warum Casablancas Architektur so besonders ist

Casablanca zählt zu den spannendsten Architekturstädten Nordafrikas, weil hier mehrere Stile nebeneinander existieren. Man findet traditionelle marokkanische Einflüsse, neo-maurische Elemente, Art déco, modernistische Gebäude und zeitgenössische Hochhäuser. Statt eines einheitlichen Stils entstand eine urbane Identität aus Kontrasten und Übergangsphasen.

Das zeigt sich besonders im Zentrum, wo Straßenräume, Plätze, Fassaden und öffentliche Bauten erkennen lassen, wie Stadtplanung, kolonialzeitliche Entwürfe, lokale Handwerkstraditionen und moderne Architektur aufeinander wirkten.

Berühmte Bauwerke in Casablanca

Hassan-II.-Moschee

Die Hassan-II.-Moschee ist zweifellos das bekannteste Monument Casablancas. Ihre Lage an der Atlantikküste, ihre monumentalen Maße und die Verbindung moderner Technik mit traditioneller marokkanischer Handwerkskunst machen sie zu einer Ikone der Stadt. Das Bauwerk verbindet religiöse Bedeutung mit nationaler Repräsentation und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Marokkos.

Art-déco- und modernistische Gebäude im Zentrum

Viele Besucher verbinden Casablanca zunächst mit Wirtschaft und Verkehr, doch Architekturliebhaber kommen wegen der städtischen Ensembles im Zentrum. Dort prägen Wohn- und Bürogebäude mit Art-déco-Einflüssen, modernistischen Linien, geometrischen Fassaden, Balkonen, Arkaden und dekorativen Details die Identität der Stadt.

Diese Bauten sind nicht nur Einzelobjekte; gemeinsam bilden sie ein städtisches Ganzes, das Casablanca von vielen anderen marokkanischen Städten unterscheidet. Es geht also um Architektur und Städtebau zusammen, nicht nur um einzelne Monumente.

Historische und zivile Bauten

Neben religiöser und Wohnarchitektur gibt es in Casablanca auch bedeutende zivile Gebäude, Verwaltungsbauten, Bahnhofsbereiche, Marktumfelder und öffentliche Räume, die das Wachstum der Stadt widerspiegeln. Diese Orte zeigen, wie sich Casablanca zu einer Handels- und Hafenmetropole mit funktionalem Stadtkern entwickelte.

Casablanca und UNESCO wie ist der Status

Casablanca wird wegen seiner Architektur und Stadtplanung des 20. Jahrhunderts häufig in Erbe-Diskussionen genannt. Wichtig ist die Unterscheidung: Das Stadtzentrum steht auf der UNESCO-Tentativliste als Stadt des 20. Jahrhunderts und Kreuzungspunkt von Einflüssen. Das erkennt den Erbewert als Kandidat an, ist aber nicht gleichbedeutend mit einer endgültigen Eintragung in die Welterbeliste.

Dieser Status unterstreicht Casablancas Bedeutung als Labor moderner Stadtgestaltung, in dem europäische und marokkanische Einflüsse in einem großen städtischen Ensemble zusammenkommen.

Von der Hafenstadt zur Weltstadt

Casablancas Wachstum ist eng mit Hafenfunktion, Handel und Infrastruktur verbunden. Dadurch entwickelte sich die Stadt schneller als viele andere Städte der Region. Ihre Architektur ist deshalb nicht nur visuell interessant, sondern auch eine wirtschaftliche Geschichte von Wachstum, Migration, Unternehmertum und Modernisierung.

Das unterscheidet Casablanca von Städten, die vor allem für eine einzelne historische Medina bekannt sind. In Casablanca ist die Moderne selbst zum sichtbaren Erbe geworden.

Warum diese Geschichte heute noch wichtig ist

Für Bewohner, Investoren, Unternehmer und Besucher ist das Verständnis von Casablancas Architektur und Geschichte mehr als Hintergrundwissen. Quartiersidentität, Immobilienwerte, das Image kommerzieller Zonen und touristisches Potenzial hängen oft direkt mit Baustil, Stadtplanung und Erbewahrnehmung zusammen.

Wer Casablanca verstehen will, sollte daher nicht nur auf aktuelle Neubauten schauen, sondern auch auf Anfa, die Wiederaufbauphasen und die Architektur des 20. Jahrhunderts, die der Stadt ihr unverwechselbares Gesicht gab.

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