In vielen europäischen Städten leben große marokkanische Gemeinschaften. Ein bedeutender Teil hat Wurzeln im Rif, dem bergigen Norden Marokkos. Die Geschichte dieser Migration ist ein langfristiger Prozess aus Arbeit, Familie, Sprache und Identität—und sie erklärt, warum die Verbindung zwischen Rif und Europa bis heute stark ist.
Der Rif: Region mit eigenem Profil
Der Rif liegt im Norden Marokkos an der Mittelmeerküste. Familiennetzwerke spielen traditionell eine wichtige Rolle. Wirtschaftliche Bedingungen und bestehende Mobilität trugen dazu bei, dass Migration über Netzwerke später Richtung Europa an Dynamik gewann.
Sprache: Tarifit und Mehrsprachigkeit
Viele Familien sprechen Tarifit (Riffinisch) als Alltagssprache. Dazu kommen Arabisch und später die Sprache des europäischen Aufenthaltslandes. Sprache ist dabei nicht nur praktisch, sondern auch Ausdruck von Zugehörigkeit.
Wie begann die Migration nach Europa?
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen mehrere westeuropäische Volkswirtschaften schnell. In arbeitsintensiven Bereichen entstanden Engpässe. In diesem Umfeld entwickelte sich Arbeitsmigration, oft zunächst mit der Idee einer zeitlich begrenzten Beschäftigung—die später häufig in dauerhafte Ansiedlung überging.
Arbeit, Familie und neue Generationen
Viele der ersten Generationen arbeiteten in nachgefragten, teils körperlich schweren Bereichen wie Industrie, Produktion, Logistik, Reinigung oder Bau. Mit späteren Veränderungen der Politik wurde Familienzusammenführung entscheidend, wodurch neue Generationen in Europa aufwuchsen und zugleich Bindungen an den Rif bewahrten.
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